Wenn die KI-Transformation schiefgeht, liegt das nur selten an der Technologie. Das wahre Problem sind die unveränderten Abläufe, Verantwortlichkeiten und Routinen. Echte Wertschöpfung entsteht, wo Menschen KI sicher zu nutzen wissen und dabei verstehen, wie ihre eigene Rolle sich dabei verändert. So gelingt der Schritt vom Experiment zur erfolgreichen Implementierung.
Laut dem World Economic Forum (WEF) zeigt eine aktuelle Untersuchung des MIT Media Lab, dass zwar die Mehrheit der Unternehmen in irgendeiner Form Künstliche Intelligenz einsetzt, 95 % von ihnen jedoch derzeit keinen messbaren Nutzen daraus ziehen. Für viele Unternehmen ist der Übergang vom KI-Hype zu greifbaren Vorteilen noch im Gange.
2.52 Bio. USD
95 %
31 %
Vor kurzem unterstützte Eraneos zwei Finanzdienstleister – einen grossen Versicherer und ein innovatives Fintech. Für beide war längst klar, dass KI eine zentrale Rolle spielt. Die eigentliche Herausforderung lag woanders: Wie lässt sich KI so in den Arbeitsalltag integrieren, dass Mitarbeitende ihr vertrauen, sie aktiv nutzen und skalieren können? Die Erfahrungen der beiden Unternehmen zeigen exemplarisch, warum KI-Transformationen häufig ins Stocken geraten – und was Unternehmen ändern müssen, damit sie nachhaltig erfolgreich sind.
Vertrauen aufbauen: Von Skepsis zu Impact
Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit einem weltweit tätigen Versicherungsunternehmen zeigte sich eine typische Herausforderung: technische Skepsis. Erfahrene IT-Fachleute standen der Einführung zusätzlicher generischer Tools im Technologie-Stack skeptisch gegenüber. Als eine erste KI-Plattform den Entwicklern keinen praktischen Nutzen bot, geriet die Einführung ins Stocken.
Entscheidend war die Erkenntnis, dass KI in einem technischen Unternehmen nicht einfach eingeführt werden kann – vielmehr müssen die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden. Als Teil der Gesamtstrategie haben wir daher parallel zur geplanten Tool-Entwicklung ein GenAI-Coaching-Modell implementiert. Im Rahmen der Umstellung auf einen „Train-the-Trainer“-Ansatz wurde ein wachsendes Netzwerk an KI-Botschafter in verschiedenen Geschäftsbereichen befähigt, ihre eigenen agentenbasierten Workflows zu entwickeln. Wir haben ihnen keinen Auftrag erteilt. Wir haben ihnen Autonomie gegeben und ihnen dabei geholfen, die Tools zu verbessern und zu skalieren. Statt klare Vorgaben zu machen, wurde bewusst auf Eigenverantwortung gesetzt. Die Mitarbeitenden konnten die Tools weiterentwickeln, anpassen und skalieren.
Dieses Vorgehen ist wichtiger, als vielen Organisationen bewusst ist. In einer aktuellen Umfrage gaben lediglich 31 % der Beschäftigten an, dass ihre Arbeitgeber Schulungen zu KI-Tools anbieten. Unser Projekt hat gezeigt, wie wichtig ein Bottom-up-Ansatz und Möglichkeiten für ein gemeinsames Entwickeln sind. Denn Produktivitätsgewinne entstehen nur dann, wenn die Lücke zwischen Technologie und Anwendung in der Praxis geschlossen wird.
Dank dieses alternativen Ansatzes wuchs die Plattform auf mehr als über tausend Nutzende – gefördert durch Community-Townhalls, gezielte Schulungen und verschiedene Formate für den Wissensaustausch. Parallel dazu wurden auf der technischen Seite dutzende effektive Funktionen definiert und in die Plattform integriert. Über eine strukturierte Entwicklungspipeline werden sie laufend erweitert, um kontinuierliche Innovation zu gewährleisten.
Darüber hinaus führte das Projekt zu einem spürbaren kulturellen Wandel im Unternehmen: Der Bottom-up-Ansatz reduzierte die Nutzung von «Schatten-KI» und stärkte eine transparente, kollaborative Community rund um den Einsatz von KI-Tools. Die Rolle der KI-Abteilung entwickelte sich vom zentralisierten Plattformanbieter hin zu einem Enabler für gemeinsames Lernen und Best Practices.
Realitätsnah: Ambitionen direkt angehen
Beim Fintech-Unternehmen stand eine andere Herausforderung im Fokus. Eine frühere Analyse hatte zwar erhebliches Potenzial für Kosteneinsparungen durch KI aufgezeigt. Jedoch fehlte ein konkreter Umsetzungsplan für diese Ziele. Die Analyse war nicht ausreichend mit den operativen Abläufen der einzelnen Geschäftsbereiche verknüpft.
Der Kunde hatte dadurch zwar ambitionierte Ziele, sah aber keinen klaren Weg.
Hier kam Eraneos ins Spiel: Zunächst etablierten wir ein pragmatisches, prozessorientiertes AI-Design-Sprint-Framework. In dessen Rahmen analysierten wir die zentralen Geschäftsprozesse des Kunden, um konkrete Anwendungsfälle für KI zu identifizieren, zu priorisieren und strukturiert umzusetzen. Die Initiative wurde von der KI-Abteilung des Kunden unterstützt und als strategische Transformation für das gesamte Unternehmen positioniert.
Das Ergebnis war ein klar definierter Fünfjahresplan mit einem strukturierten Pfad zur Realisierung von Einsparungen von über 50 Mio. US-Dollar. Allein für das Jahr 2026 wurden rund 30 priorisierte Anwendungsfälle definiert – eine belastbare Grundlage für Planung und Umsetzung.
Zwei Wege – ein gemeinsames Grundproblem
Die beiden Beispiele zeigen unterschiedliche Ausgangslagen, weisen jedoch ein gemeinsames Muster auf: Unternehmen versuchen häufig, KI in bestehende Prozesse zu integrieren, anstatt diese grundlegend neu zu denken. Genau hier liegt der zentrale Engpass. KI wird oft als Technologieprojekt verstanden und nicht als unternehmensweite Transformation. Die eingesetzten Tools sind nicht ausreichend auf reale Arbeitsabläufe abgestimmt. Zugleich werden die Reibungsverluste regelmässig unterschätzt, die mit der erfolgreichen Etablierung von KI einhergehen – sei es in kultureller, betrieblicher oder technischer Hinsicht.
Beim Versicherer lag die Lösung im kulturellen Wandel – Vertrauen wurde von der Basis her durch Beteiligung und Coaching aufgebaut. Beim Fintech lag der Fokus auf Struktur und Umsetzung – ambitionierte Ziele wurden durch einen klaren operativen Fahrplan greifbar gemacht. In beiden Fällen war nicht die Technologie ausschlaggebend, sondern die konsequente Verknüpfung von KI mit Menschen und Prozessen.
Vom Experiment zu wirtschaftlichem Impact
Laut Gartner werden die weltweiten Ausgaben für KI im Jahr 2026 voraussichtlich 2,52 Bio. US-Dollar erreichen – ein Anstieg von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch befinden sich viele Unternehmen in einer Phase der Ernüchterung, sie haben Mühe, darzulegen, dass diese Investitionen tatsächlich einen konkreten Mehrwert haben.
Die Herausforderung ist nicht ein Mangel an KI-Tools, sondern ein Mangel an operativer Reife. Führungskräfte, die messbare Erfolge erzielen, konzentrieren sich nicht primär auf die Einführung von KI-Tools, sondern auf die Neugestaltung von Arbeitsabläufen und die aktive Steuerung der Transformation. Bei dem Versicherungsunternehmen haben wir die Rolle der GenAI-Abteilung von einem Plattformanbieter zu einem Community-Moderator weiterentwickelt. Bei dem Fintech-Unternehmen haben wir vage Schätzungen durch einen prozessorientierten Design-Sprint ersetzt. Das vorhandene Potenzial wurde durch einen strukturierten Ansatz in ein konkretes, mehrjähriges Transformationsprogramm überführt.
Wie Eraneos Ihre KI-Transformation unterstützen kann
Erfolgreiche KI-Implementierungen beruhen auf einer klaren Erkenntnis: Produktivitätsgewinn lassen sich nicht durch Plug-and-Play-Lösungen erzielen, sondern nur durch eine gezielte Weiterentwicklung von Prozessen und Kompetenzen. Dabei spielen menschliche Faktoren eine ebenso zentrale Rolle wie technologische Aspekte. Entscheidend ist, Mitarbeitende aktiv einzubinden, sie gezielt zu befähigen und die notwendigen Rahmenbedingungen, wie etwa Trainings, für den Einsatz von KI im Arbeitsalltag zu schaffen.
Eraneos vereint Fachwissen im Bereich KI-Technologie mit bewährten Methoden zur betrieblichen Transformation in einem integrierten Gesamtkonzept. Wir gestalten Arbeitsabläufe neu, befähigen Mitarbeitende und implementieren KI im Tagesgeschäft – von A bis Z. Unser Einsatz geht über Strategie und Tooling hinaus, indem wir bei der Festlegung von Governance-Regeln und Leitlinien helfen und die operative Leistung sowie die Akzeptanz im Laufe der Zeit im Auge behalten.
Eraneos kombiniert technologisches Know-how im Bereich KI mit umfassender Transformationserfahrung in einem integrierten Gesamtkonzept. Wir gestalten Arbeitsabläufe neu, befähigen Mitarbeitende und verankern KI nachhaltig im Tagesgeschäft – von A bis Z. Nebst Tooling und Strategie unterstützt Eraneos Sie darüber hinaus bei Governance, Richtlinien und der kontinuierlichen Optimierung von Leistung und Akzeptanz.