Menschen & KI Studie 2026

people & ai study
Year: 2026 Market Research

KI ist kein Experiment mehr. In europäischen Unternehmen wird sie zur Infrastruktur: fest verankert im Tagesgeschäft, zunehmend relevant für wichtige Entscheidungen. Dennoch bleibt der Return on Investment für die meisten greifbar fern. Tools wurden eingeführt, Budgets investiert, Adoptionskennzahlen klettern nach oben. Doch die organisatorische Arbeit hat mit den technologischen Investitionen nicht Schritt gehalten. Governance ist nur in Ansätzen vorhanden, Verantwortlichkeiten werden vorausgesetzt statt klar benannt, und Kompetenzen werden auf eine Art aufgebaut, die sich nicht in den Arbeitsalltag überträgt. KI wurde über bestehende Prozesse gelegt, während Arbeitsabläufe, Entscheidungswege und Verantwortungsstrukturen unverändert blieben. Drei von vier Unternehmen in Europa schöpfen keinen transformativen Mehrwert aus KI, und die meisten bestehenden Programme sind nicht darauf ausgelegt, das zu ändern.

Die Illusion des Fortschritts

Die Eraneos People & AI Study wurde entwickelt, um die Lücke zwischen KI-Ambition und KI-Wirklichkeit zu messen. Unsere Forschung erfasst dieselbe Organisation gleichzeitig aus fünf Hierarchieebenen: C-Level-Führungskräfte, Direktorinnen und Direktoren, Senior Manager, Manager sowie Fachspezialisten an der Basis. Mit 19 Indikatoren deckt die Studie drei Kerndimensionen ab: KI-Adoption, KI-Kompetenzen sowie Vertrauen und Governance. Sie zeigt nicht nur, wie viel KI Unternehmen betreiben, sondern ob die Voraussetzungen dafür, dass KI tatsächlich Wert schafft, überhaupt geschaffen wurden.

"Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob ein Unternehmen KI einsetzt. Sie lautet, ob die Führung bereit ist, neu zu gestalten, wie Arbeit, Entscheidungen und Verantwortung tatsächlich funktionieren. Ohne diesen Wandel wird KI-Adoption zum Rauschen: sichtbar in Dashboards, unsichtbar in der Performance."
- Dr. Olaf Radant, Principal bei Eraneos

Zentrale Erkenntnisse

Die People & AI Study 2026 gibt europäischen Führungskräften die Daten an die Hand, um zu erkennen, wo ihr Programm ins Stocken gerät, sowie einen klaren Rahmen, was stattdessen aufgebaut werden sollte. Die Unternehmen, die voranschreiten, betreiben nicht mehr KI als andere. Sie haben die Governance, die Verantwortungsstrukturen und die eingebetteten Kompetenzen aufgebaut, die KI-Ergebnisse verlässlich und handlungsrelevant machen. Unsere Forschung identifiziert vier zentrale Erkenntnisse:

  1. Führungskräfte lesen die Realität falsch. C-Level-Führungskräfte sind im Durchschnitt 2,3-mal häufiger als Fachspezialisten an der Basis dazu bereit, ihr Unternehmen in jeder untersuchten Dimension positiv zu beschreiben. Am deutlichsten ist die Lücke beim Vertrauen in KI: Hier beträgt sie 47 Prozentpunkte. Wer die besten Voraussetzungen hat, das Problem zu lösen, erkennt es am seltensten.
  2. Adoption ist eine Eitelkeitskennzahl. Nur 7 % der Unternehmen verzeichnen eine signifikante KI-Wirkung in allen gemessenen Dimensionen, obwohl KI im Durchschnitt 39 % der täglichen Arbeitsprozesse berührt. Adoption und Wertschöpfung sind strukturell entkoppelt. Der entscheidende Faktor ist nicht, wie viel KI eingesetzt wird, sondern was darum herum aufgebaut wurde.
  3. Vertrauen bricht in der letzten Meile. 74 % der Befragten verwerfen mindestens 40 % der KI-Empfehlungen, die sie erhalten. Der Grund liegt nicht in mangelnder Genauigkeit, sondern im Fehlen klarer Handlungsorientierung und definierter Verantwortlichkeiten. Dort, wo Orientierung klar und bekannt ist, sinkt dieser Wert auf 54 %. Dort, wo hohes Vertrauen in KI besteht, fällt er auf 47 %.
  4. Wie KI-Kompetenzen aufgebaut werden, ist genauso entscheidend wie ob sie aufgebaut werden. Das Vertrauen an der Basis erreicht 56 %, wenn KI in tägliche Arbeitsabläufe eingebettet ist, gegenüber 15 % bei isolierten Trainingsformaten. Mitarbeitende mit hohem KI-Vertrauen geben ihrem Arbeitgeber einen NPS von +91, verglichen mit +26 bei denen ohne dieses Vertrauen.
leadership is misreading reality graph

Leadership and (senior) specialists AI gap

Die People & AI Study gibt europäischen Führungskräften die Daten, um zu erkennen, wo ihr Programm ins Stocken gerät, sowie einen klaren Rahmen für den nächsten Schritt. Die Unternehmen, die voranschreiten, betreiben nicht mehr KI. Sie haben die Governance, die Verantwortungsstrukturen und die eingebetteten Kompetenzen aufgebaut, die KI-Ergebnisse verlässlich und handlungsrelevant machen. Wenn dein Unternehmen in KI investiert und den Ertrag noch nicht sieht, zeigt diese Studie warum, und wo es sinnvoll ist anzufangen.

Menschen & KI Studie 2026

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