Die neue People & AI-Studie 2026 von Eraneos zeigt: Künstliche Intelligenz ist im Arbeitsalltag europäischer Organisationen angekommen und längst über die Pilotphase hinaus. KI berührt bereits durchschnittlich 39% der täglichen Arbeitsabläufe, und 92% der Befragten geben an, dass ihre Arbeit ohne KI‑Tools beeinträchtigt wäre. Dennoch erzielen 75% der Organisationen keinen echten geschäftlichen Nutzen aus ihren KI-Investitionen. Die Ursachen liegen weniger in der Technologie als in den organisatorischen Rahmenbedingungen.
«KI ist heute keine Frage des Zugangs mehr, sondern des Designs. Entscheidend sind Governance, klare Verantwortlichkeiten und ein systematischer Kompetenzaufbau mit dem Menschen im Zentrum.»
Zentrale Erkenntnisse der Studie:
- Breite Nutzung, begrenzter Nutzen. KI ist im operativen Alltag angekommen: 92% der Befragten geben an, dass ihre Arbeit ohne KI-Tools beeinträchtigt wäre. Dennoch berichten nur 25% der Organisationen von signifikanten Effekten über drei oder mehr Wertschöpfungsdimensionen hinweg; lediglich 7% erzielen starke Resultate in allen untersuchten Bereichen.
- Wahrnehmungslücke zwischen Führung und Mitarbeitenden im operativen Geschäft. C-Level-Führungskräfte bewerten Guidance, Vertrauen und KI-Kompetenz mehr als doppelt so positiv wie Fachspezialistinnen und -spezialisten. Besonders ausgeprägt ist die Diskrepanz beim Vertrauen in KI-gestützte Entscheidungen: Führungskräfte sind hier mehr als dreimal so zuversichtlich. Auch bei der praktischen Unterstützung klafft eine Wahrnehmungslücke: Während nur 27% der Mitarbeitenden angeben, Zeit für praxisnahes Experimentieren zu haben, gehen 62% der Führungskräfte davon aus, dass ihre Mitarbeitenden diese Zeit haben.
«Leadership und Mitarbeitende leben oft in zwei KI‑Realitäten. Diese Lücke zu schliessen ist wichtiger als das nächste KI‑Tool, denn sie entscheidet über Vertrauen und Leistung.»
- KI-Nutzung ist keine Erfolgskennzahl. Branchen mit hoher KI‑Nutzung, etwa Financial Services, erzielen nicht automatisch bessere Geschäftsergebnisse als solche mit geringerer Nutzung. Entscheidend sind klare Governance, eindeutige Verantwortlichkeiten und gezielter Kompetenzaufbau – konsequent ausgerichtet auf die Menschen und ihre Arbeit. Auch haben derzeit nur 39% der Organisationen klare Verantwortlichkeiten für KI‑getriebene Fehler definiert.
- Kompetenzaufbau entscheidet über den Erfolg. Isolierte Trainings – derzeit die häufigste Praxis – zeigen die schwächsten Ergebnisse. Wird KI-Kompetenz vollständig in Arbeitsabläufe und Personalentwicklung eingebettet, erreicht das Vertrauen der Mitarbeitenden 56%, mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem gängigsten Ansatz.
«Nur 12% der beleuchteten Organisationen haben KI‑Kompetenz wirklich in ihre Workflows eingebettet. Befähigung ist kein Programm, sondern eine Gestaltungsfrage der Arbeit selbst.»
Ebenfalls auffällig: Fehlen Orientierung oder Vertrauen, werden KI-Empfehlungen oft nicht angenommen: 74% der Befragten verwerfen mindestens 40% der KI-Empfehlungen. Im öffentlichen Sektor liegt die Rate der verworfenen Inhalte sogar bei 91%. Bei klarer Guidance sinkt dieser Wert auf 54%, bei hohem Vertrauen auf 47%. Organisationen, die Lernen und Anwendung eng in den Arbeitsalltag integrieren, erzielen deutlich höheres Vertrauen (56% Vertrauensrate) und bessere Ergebnisse.
Menschen im Zentrum der KI-Transformation
Die Studienergebnisse stellen gängige Transformationslogiken in Frage, die Technologie priorisieren und Governance sowie Menschen nachgelagert behandeln. Erfolgreiche Organisationen gehen den umgekehrten Weg: Sie etablieren klare Governance-Strukturen, investieren in integrierte Kompetenzentwicklung und schliessen die Wahrnehmungslücke zwischen Führung und Mitarbeitenden.
Diese Erfolgsfaktoren sind primär organisatorischer Natur und gezielt gestaltbar. Der menschenzentrierte People & AI-Ansatz von Eraneos trägt dem Rechnung: Nicht die Technologie transformiert Organisationen, sondern die Menschen, die sie einsetzen. Werden Prozesse, Strukturen und Rollen konsequent weiterentwickelt, wird KI zum Hebel für bessere Entscheidungen, resilientere Teams und nachhaltigen Geschäftserfolg.
Über die Studie
Die People & AI Studie 2026 This link opens in a new tab von Eraneos basiert auf einer Befragung von 658 Führungskräften und Mitarbeitenden aus Financial Services, Transport & Logistics, Energy & Utilities sowie dem öffentlichen Sektor in der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden und Spanien. Die Auswahl erfolgte nach Seniorität und Branchenrelevanz, unabhängig vom KI-Reifegrad.
Jede Organisation wurde aus fünf Hierarchieperspektiven analysiert: C-Level, Director, Senior Manager, Manager und Specialist. Die Studie misst drei Dimensionen anhand von 19 Indikatoren: KI-Kompetenz, Adoption sowie Vertrauen und Governance.
Die vollständige Studie ist verfügbar unter eraneos.com.
Massnahmen zur Förderung von KI-Nutzung und Vertrauen
Über Eraneos
Eraneos ist eine internationale Beratungsgruppe für Strategie, Transformation und Technologie, die Organisationen dabei unterstützt, eine neue Ära des Fortschritts zu gestalten. Dafür vereinen wir Geschäftsstrategie, KI und Technologie sowie Transformationskompetenz nahtlos – mit dem Menschen im Zentrum jeder Lösung. Wir nennen das menschenzentrierte Wertschöpfung, ermöglicht durch Technologie.
Unser Team von rund 1‘300 engagierten Mitarbeitenden ist in Büros in der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Dänemark, Schweden, Österreich, Grossbritannien, Singapur, Japan und den USA vertreten und verbindet globale Perspektiven mit starken lokalen Wurzeln. 2025 erzielte Eraneos einen Umsatz von über 300 Millionen Euro.
Weitere Informationen: eraneos.com This link opens in a new tab