Erarbeitung eines strategischen Positionspapiers zur Digitalen Souveränität 

Gemeinwesen stehen angesichts geopolitischer Spannungen, wachsender regulatorischer Anforderungen und steigender technologischer Abhängigkeiten in der Pflicht, ihre digitale Souveränität aktiv zu stärken. Gefragt sind keine isolierten Einzelmassnahmen, sondern belastbare strategische Grundlagen, um Handlungsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Gestaltungsfreiheit langfristig zu sichern. Vor diesem Hintergrund wurde ein strategisches Positionspapier erarbeitet, das Orientierung für künftige Entscheidungen bietet.
Erarbeitung eines strategischen Positionspapiers zur Digitalen Souveränität 
Jahr: 2026 Erfolgsgeschichte Industrie: Öffentlicher Sektor Industrie: IT im öffentlichen Sektor Industrie: Öffentliche Verwaltung

Die Herausforderung

Die zentrale Herausforderung bestand darin, digitale Souveränität nicht auf eine rein technologische Fragestellung zu verkürzen. Vielmehr mussten technische, finanzielle, organisatorische und regulatorische Dimensionen gleichzeitig betrachtet und in eine stimmige Balance gebracht werden. Technisch ging es um Fragen zu Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern, Interoperabilität, Datenspeicherung, Sicherheitsarchitekturen und Wechselfähigkeit. Finanzielle Aspekte betrafen nicht nur Investitions- und Betriebskosten, sondern auch langfristige Bindungen, Verhandlungsmacht und Opportunitätskosten. Organisatorisch war zu klären, welche Fähigkeiten intern aufgebaut, gesteuert oder extern bezogen werden sollen. Hinzu kamen regulatorische Anforderungen etwa in Bezug auf Datenschutz, Informationssicherheit, Beschaffung und Nachvollziehbarkeit. Die eigentliche Schwierigkeit lag darin, diese Perspektiven nicht isoliert zu bewerten, sondern in eine konsistente Gesamtsicht zu überführen.

Unsere Vorgehensweise

Um die Diskussion zur digitalen Souveränität zu versachlichen, wurde ein prinzipienbasierter Ansatz gewählt. Ausgangspunkt waren übergeordnete Grundsätze digitaler Souveränität, darunter insbesondere Wechselfähigkeit, die Reduktion kritischer Abhängigkeiten, Informationssicherheit, Transparenz, Steuerbarkeit sowie die Wahrung finanzieller und organisatorischer Handlungsfähigkeit. Auf dieser Basis wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, mit dem bestehende und künftige Lösungen systematisch beurteilt werden können. Statt pauschale Präferenzen für oder gegen bestimmte Technologien, Betriebsmodelle oder Anbieter zu formulieren, schafft der Ansatz ein nachvollziehbares Raster für die Standortbestimmung und Entscheidungsfindung. Jede Lösung wird entlang der relevanten Dimensionen bewertet und in eine gesamthafte Risikoabwägung eingebettet. So wird sichtbar, wo erhöhte Risiken bestehen, welche Abhängigkeiten tolerierbar sind und an welchen Stellen gezielte Gegenmassnahmen notwendig werden. Der Ansatz ermöglicht damit differenzierte, realistische und gleichzeitig strategisch konsistente Entscheidungen. Digitale Souveränität wird damit von einem abstrakten Ziel zu einem messbaren, entscheidungsrelevanten Kriterium.

"Digitale Souveränität wird damit von einem abstrakten Ziel zu einem messbaren, entscheidungsrelevanten Kriterium."

Das Ergebnis

Das Ergebnis ist ein zusammenhängendes strategisches Positionspapier, das die wesentlichen Dimensionen digitaler Souveränität in einem konsistenten Orientierungsrahmen bündelt. Es formuliert Leitplanken für künftige Entscheidungen und schafft damit eine Grundlage, die unmittelbar anschlussfähig für Beschaffung, Architektur, Governance und Lieferantensteuerung ist. Zugleich bleibt das Papier bewusst auf strategischer Ebene: Die vertiefte Prüfung einzelner Lösungen erfolgt weiterhin in den jeweiligen Projekten, jedoch auf Basis klar definierter Prinzipien und Bewertungskriterien. Dadurch ist das Papier leicht operationalisierbar, ohne technische Detailentscheide vorwegzunehmen. Ein kurzfristiger Hebel liegt insbesondere in der Beschaffung, wo Anforderungen an Wechselbarkeit, Transparenz und Risikoreduktion systematischer verankert werden können. Weitere Hebel bestehen in laufenden Verhandlungen mit Lieferanten sowie in der bewussten Bereitschaft, in solide Alternativen und den Aufbau eigener Fähigkeiten zu investieren.

Über den Kunden

Ein grösseres Gemeinwesen mit breitem Leistungsauftrag in zentralen Bereichen wie Sicherheit, Finanzen, Verkehr, Gesundheitsversorgung und weiteren öffentlichen Kernaufgaben.