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Liquiditätsmanagement-Tools 2.0


Liquidität ist die Lebensader jedes Fonds. Wenn Mittelzu- oder -abflüsse nicht mehr kontrolliert gesteuert werden können, entstehen Risiken für Anleger, Fondsmanager und letztlich für die Stabilität des gesamten Marktes. Liquiditätsmanagement-Tools (LMT), als Teil der AIFMD II Richtlinie ist eine EU-Umsetzungsvorschrift, mit dem Ziel einen verbindlichen Rahmen zu schaffen, der Effizienzgewinne mit regulatorischer Sicherheit verbindet. 

Durch den gezielten Einsatz moderner Liquiditätsmanagement-Tools können Kapitalverwaltungsgesellschaften ihre finanziellen Spielräume optimal nutzen und die Einhaltung europäischer Anforderungen gewährleisten. Gleichzeitig eröffnet die Umsetzung Chancen – wer frühzeitig robuste Strukturen etabliert, stärkt das Vertrauen von Investoren und verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil.


Wer ist betroffen?
Primär betroffen sind EU-AIFM, ihre Dienstleister (Delegierte, Verwahrstellen) sowie Manager von Kreditfonds. Indirekt wirkt sich AIFMD II aber auch auf Nicht-EU-AIFM aus, die Fonds in der EU vertreiben oder Delegationsmandate übernehmen.

  • Master-KVG
  • Verwaltungsgesellschaften alternativer Investmentfonds
  • Verwahrungsgesellschaften alternativer Investmentfonds
  • Institutionen, die AIFs an (semi-) professionelle Anleger verkaufen


Was bedeutet LMT2.0 in Kürze?

  • Ist am 15. April 2024 in Kraft getreten 
  • Verpflichtet betroffene Unternehmen  zur Umsetzung diverser Vorgaben 
  • bis 16.04.2026: Mindestens zwei Liquiditätsmanagement-Tools (kurz LMTs) pro Fonds  
  • bis 16.04.2027: Neue und geänderte Meldevorschriften sowie Berichtsanforderungen 
  • bis 16.04.2029: Ende der Übergangsfristen (insbesondere für LO-AIFs)


Umsetzung LMT2.0 bis Mitte April 2026 vorgeschrieben – Referentenentwürfe machen Verschiebung unwahrscheinlicher

Noch im Jahr 2025 hofften viele Unternehmen darauf, dass der Gesetzgeber die Umsetzungsfrist – zumindest für bestehende Fonds – erneut verlängern würde. Wir bewerteten eine Verschiebung stets als möglich, jedoch nicht als wahrscheinlich, und sehen diese Einschätzung durch die Veröffentlichung der Referentenentwürfe des Bundesfinanzministeriums  im Sommer 2025 bestätigt. Die vollständige Umsetzung der Richtlinie für April 2026 bleibt!


Praxis Tipp
Starten Sie pragmatisch: Identifizieren Sie zunächst die größten Liquiditätsrisiken und implementieren Sie die wichtigsten Tools schrittweise. So wird der regulatorische Aufwand handhabbar und gleichzeitig die Investorenvertrauensbasis gestärkt.

Wir unterstützen unsere Kunden in diesem Kontext in allen Bereichen der Umsetzung.


Wo stehen Sie heute? Sind Sie wirklich LMT2.0-ready?
Die AIFMD II macht deutlich: Liquiditätsmanagement ist kein Nebenthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil professioneller Fondsverwaltung. Für deutsche Vermögensverwalter bedeutet dies, Prozesse, Systeme und Governanceso aufzustellen, dass sie regulatorischen Anforderungen genügen und gleichzeitig praxisnah umsetzbar bleiben. Mit Blick auf den ersten Umsetzungs-Meilenstein im April 2026 und je nach Umsetzungsumfang, sollten sich betroffene Unternehmen seit Sommer 2025 in der technischen Umsetzung der Vorgabe befinden.

Regelmäßig durchgeführte Quality Gates, unterstützen Stakeholder darin einen ehrlichen Einblick in den Stand des Umsetzungsfortschritts zu erhalten und eine fundierte Aussage hinsichtlich der Risikobewertung abgeben zu können. 

Unser Ansatz

Klarheit & Mehrwert

Bei Eraneos vereinen wir fundierte Expertise mit bewährter Methodik. Unser pragmatischer Ansatz liefert risikoorientierte, auditfeste Lösungen, die in der Praxis wirklich funktionieren. Je nach Ausgangssituation erfolgt das Vorgehen in bis zu fünf Schritten von der Anwendbarkeitsanalyse bis hin zur Umsetzung.

Auswahl passender LMTs

Je (betroffenen) Fonds müssen mindestens zwei geeignete LMT‘s ausgewählt werden. Hierzu bietet die Richtlinie eine Auswahl von neun LMT‘s an, die den Anforderungen entsprechen. Diese sind anhand von Strategie, Asset‑Liquidität, Anlegerstruktur und Rücknahmepolitik festzulegen.

Governance & Implementierung

Eine KVG muss für jeden Fonds ein belastbares, dokumentiertes und gelebtes Liquiditäts‑Risikomanagement haben, das den Anlagestrategie‑, Liquiditäts‑ und Rücknahmemodalitäten passend aufeinander abstimmt und in Stresslagen funktionsfähig bleibt. In der Governance ist die Verantwortungsstruktur der beteiligten Akteure (insbesondere Geschäftsführung, Risikomanagement/Compliance und Portfoliomanagement) klar geregelt.

Stresstests & Szenarien

Regelmäßig durchgeführte, dokumentierte Szenarien (idiosynkratisch, marktweit, kombiniert), inkl. Rücknahme‑Schocks, Spread‑Ausweitung, Liquiditätsabnahme, Bewertungs‑Gaps, Margin‑Calls, FX. Darüber hinaus sollten Reverse‑Stresstests durchgeführt werden, um festzustellen, welche Bedingungen eine LMT-Aktivierung erzwingen.

Erstellung von Notfall- & Contingency-Plänen

Notfall- und Contingency-Pläne sind vorab genehmigte, triggerbasierte Handlungsanweisungen für schwere Liquiditäts- oder Betriebsstörungen. Sie regeln Zuständigkeiten, Eskalation und Kommunikation und definieren Maßnahmen (z. B. LMT-Aktivierung, temporäre Aussetzungen), um Anlegerschutz zu wahren und geordnet zum Normalbetrieb zurückzukehren.

Transparenz & Reporting

Transparenz und Reporting bedeuten klare Vorabinformationen an Anleger zu Liquiditätsprofil, Rücknahmepolitik und möglichen LMTs sowie regelmäßige Berichte über deren Einsatz, Stresstestergebnisse und Auswirkungen. Bei Aktivierung/Deaktivierung von LMTs oder Aussetzungen erfolgen unverzügliche Meldungen an die Aufsicht, ergänzt durch internes Reporting an Geschäftsleitung und Verwahrstelle. Hier unterstützen Frühwarnindikatoren die potenziellen Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen.

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